Mein Haus, mein Auto, meine Fernsehschüssel

10. October 2011

 

 

 

Okok, in dem Haus wohne nicht ich alleine, sondern es beinhaltet 4 Apartments für jeweils 4 Studenten. Oben Frauen, unten Männer, links vom Eingang Undergrads, rechts Grads. Ich wohne also rechts oben, das mittlere Fenster ist meins. Ich habe einen hervorragenden Ausblick auf die Bahnschranken, manchmal vor der untergehenden Sonne. Wenn ich weiter nach rechts schaue, kann ich das Unigelände sehen. Allerdings nicht meinen Arbeitsplatz, der ist genau auf der anderen Seite der Uni.

Das Auto teile ich mir mit den ca. 10 000 Studenten. Angeblich soll es hier so viele geben. Die müssen sich gut auf dem weitläufigen Campus verteilen, denn im Campus Shuttle sind noch nie mehr als 8 Leute mit mir mitgefahren. Jeder Fahrer hat seinen eigenen Spleen, aber alle sind nett und begrüßen einen fröhlich, wenn sie einen wieder mitnehmen dürfen. Vor allem in den Abendstunden während der letzten Runden, wenn noch weniger Studenten als gewöhnlich unterwegs sind.

Die Antenne befindet sich auf dem Dach des Geophysical Institute und ist nicht zum Fernsehen gedacht. Zumindest hoffe ich das, immerhin wird das GI von Steuergeldern finanziert. Wofür sie tatsächlich da ist, habe ich noch nicht herausgefunden, vermutlich um mit (Forschungs-)Satelliten zu kommunizieren. Alaska liegt schließlich so weit vom Schuss, dass die  Leute sich hier mit besonderem Nachdruck zu Wort melden müssen, daher die riesige Dimensionierung (bitte nicht ernst nehmen). Das GI steht wie der meiste Rest des Campus auf einem flachen Hügel – gerade hoch genug um einen fantastischen Blick über die 100 km weite Ebene im Süden zu haben. An guten Tagen reicht der Blick bis in den Alaska Range mit seinen teilweise 6000 m hohen Bergen. Den Mt McKinley, der hier nicht Mt McKinley heißt sondern Denali, kann man auch sehen. Der ist schneebedeckt und bereitet sich schon seelisch auf meinen Besuch vor.

5 Kommentare zu 'Mein Haus, mein Auto, meine Fernsehschüssel'

  1. HaHa sagte am 11. October 2011 um 02:33 Uhr:

    Warum ist der “Red Line”-Bus blau und sieht aus wie ein Kühltransporter? … Okay, vergiss den zweiten Teil der Frage ;-)

  2. HaHa sagte am 11. October 2011 um 02:35 Uhr:

    “hervorragenden Ausblick auf die Bahnschranken, manchmal vor der untergehenden Sonne” => sehen will!

  3. HaHa sagte am 11. October 2011 um 02:36 Uhr:

    Warum heißt der Mt. McKinley dort Denali? Haben die einen eingeborenen Lokaldialekt wie die Aussies?!

  4. Christiane sagte am 11. October 2011 um 11:08 Uhr:

    Einen? Die haben unzählige, einer unaussprechlicher als der andere. Es gibt wohl 7 große Stämme, davon ist einer der der Eskimos. Ein anderer Stamm sind die Athabascans (keine Ahnung, ob es davon eine deutsche Version gibt), meine Nachbarin Sigourney gehört dazu. Die Sprachen haben noch eigenartigere Namen. Aber um auf Denali zurückzukommen – ja, das ist der lokale Name. Der Nationalpark um den Denali heißt übrigens auch offiziell Denali State Park, nur der Berg selbst eben nicht.

  5. Christiane sagte am 11. October 2011 um 11:13 Uhr:

    Alle Campus Shuttles sind blau, die Linienfarbe steht an der Seite und vorn angeschlagen. Die sehen aus und klingen wie die alten Volvos, die in Schweden überall rumgefahren sind, vor allem im Winter. Die sind von der Bauart auch, als hätten sie schon etliche Winter hinter sich und würden noch etliche Winter hinter sich bringen.

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