Tag 4, 19. August 2013

25. August 2013

Für den letzten Tag gibt es eigentlich nicht mehr viel zu erzählen. Der Weg ist bekannt, das Ziel ist klar, auch an physischen Leiden kommt nicht mehr viel dazu. Meine Füße haben vom gestrigen Abstieg jetzt auch Blasen bekommen, die von dem Monsterabstieg heute (1600 Höhenmeter) noch schlimmer werden, so dass ich für die nächsten Tage Probleme beim Schuhanziehen und Gehen habe. Aber das sind alles Oberflächlichkeiten, die bald wieder vergehen, wichtiger ist, die volle Konzentration auf die teilweise schwierigen Kletterstellen (hoch ist irgendwie immer leichter als runter) zu richten.

Heute ist das Wetter bewölkt, mit einigen Tröpfchen. Der Rucksack bekommt seine Haube, und die Regenjacke ist griffbereit. Mehr als selbst nass zu werden, bereitet mir der Weg Sorgen, der nass auch rutschig wird.

Resch klettert vor. Mal hat Ronny Probleme beim Abstieg, dann ich. Auf den ersten Höhenmetern trage ich unser "Geschenk", angesichts meiner eigenen Körpermasse und meiner Klettererfahrung eine ganz besondere Herausforderung.

Ein letzter Blick zurück zur Conscrits, die schon halb in den Wolken versinkt.

Die Wolken waren dicht, aber wir blieben trocken.

Gerade bei schlechter Sicht habe ich darauf geachtet, mit den anderen zusammen zu bleiben. Wobei "mit den anderen" eigentlich "mit Ronny" hieß, da Resch leicht genervt von Ronnys Abstiegstempo mit Natascha schonmal zur Hütte Tre la Tete vorgelaufen ist.

Der Abstieg hat sich körperlich sehr interessant angefühlt. Ich habe mich etwas ans Tauchen erinnert gefühlt: Man spürt, wie der Druck auf einen zunimmt, wie sich die Atmung verlangsamt, und trotzdem muss der Brustkorb nicht schwerer arbeiten. Zwischenzeitlich habe ich mich etwas schwindelig gefühlt, und habe überlegt, ob es so etwas wie die Tiefenkrankheit gibt. Aber vermutlich habe ich während des Abstiegs einfach zu wenig getrunken.

Schadensbegutachtung.

Gleich fahren wir ab.

Wir waren etwa halb 7 am Auto, um 7 waren wir abfahrtbereit. Nach anderthalb Stunden habe ich vorübergehend das Steuer übernommen… ich bin Audi (ausgerechnet!) gefahren.

In Ilmenau waren wir kurz vor 5; angesichts der späten Stunde und einer kleinen Unpässlichkeit (Abstiegsstress?) während der Fahrt, habe ich lieber noch einmal auf Resch’s Couch im Schlafsack übernachtet und mich erst am frühen Nachmittag des 20. auf die Heimreise nach Erfurt begeben. Dort habe ich mich nur noch einmal nennenswert von der Couch wegbewegt, nämlich als ich die geliehene Ausrüstung zum DAV zurück gebracht habe.

 

PS: Wer sehen möchte, wie die Tour auf den Gipfel weiter verlaufen wäre, wenn wir nicht umgekehrt wären, kann sich auf Youtube umschauen; ein nettes Video ist zum Beispiel das hier.

¬ geschrieben von Christiane in 2013 Mont Blanc

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