4./5. November 2011, Arctic Circle

7. November 2011

Schaut man bei Wikipedia unter dem Titel Polarkreis, findet man dazu folgende Aussage:

Polarkreise nennt man die [...] Breitenkreise, auf denen die Sonne an den Tagen der Sonnenwende gerade nicht mehr auf- bzw. untergeht. Sie haben vom Nord- beziehungsweise Südpol denselben Abstand wie die Wendekreise vom Äquator. [...] Im Jahr 2011 liegen die Polarkreise auf etwa 66° 33′ 44′′ nördlicher bzw. südlicher Breite.

Fairbanks liegt auf 64° 50′ N, ist also etwa 200 km Luftlinie vom Nordpolarkreis entfernt. Der Polarkreis ist natürlich keine Sehenswürdigkeit in dem Sinne, denn auf dem Polarkreis gibt es nichts zu sehen. Außer vielleicht einem Schild, das die Lage des Kreises markiert.

Jetzt könnte ich den Blogeintrag eigentlich schon wieder beenden, denn dieses Foto war das geografische Ziel meines Ausfluges am Freitag. Ich bin Freitag Nachmittag um 2 mit einem kommerziellen Anbieter zum Polarkreis gefahren, habe den “Mighty Yukon” zweimal überquert und bin in den frühen Morgenstunden des Samstags wieder zu Hause eingetroffen. Unterwegs sind wir noch an einigen netten Plätzen zum Auroragucken vorbeigekommen.

Wie gesagt, das geografische Ziel. Das eigentlich Erzählenswerte war aber etwas ganz anderes. Mal sehen, ob ich das einigermaßen geordnet auf den Bildschirm bekomme.

Die Tour begann, als ich 15 min vor vereinbarter Zeit an meiner Haustür abgeholt wurde. Untypisch für Amerikaner? Richtig, der Touranbieter Ralf stammt nämlich aus Deutschland. Im Auto saßen schon Dennis, Alaskanese, und Emmitt, ebenfalls Eingebürtiger. Beide hatten wohl gerade ihren Arbeitsvertrag bei Ralf unterschrieben und sollten auf dieser Tour eingewiesen werden. Gut für uns restliche Mitfahrer, so hatten wir drei Führer statt einem. Dieser Rest bestand dann aus mir, Brandon und “Stave”, William “mi Engleezh iss very pour” und Wolken. Wirklich, unser Wetter war kolossal schlecht, auf der Rückfahrt meinte Ralf noch zu Dennis, dass sie wohl die Tour für morgen absagen oder zumindest umbuchen müssten, weil sie wohl nicht fahren könnten. Wir hatten nicht nur tiefhängende Wolken die ganze Zeit, sondern auch Schneefall in unterschiedlicher Stärke. War natürlich nix mit Aussicht, geschweige denn Polarlichtern. Auf der anderen Seite ging die Tour ja ohnehin erst um 2 los, und bis zum Sonnenuntergang waren es nur etwas über drei Stunden. Und bis dahin kommt man zwar weit, aber nicht nennenswert weit. Soll heißen, wenn man was sehen will, sollte man lieber im Sommer fahren.

Aber so schlimm war das gar nicht, denn Ralf war gesprächig und hatte vor allem viel Gesprächsstoff zu bieten. Bis zur Informationstafel über die Transalaskan Pipeline hatten wir schon erfahren, dass Ralf einige Jahre lang im Sommer in den Northwestern Territories (Canada) getourt ist und im Winter in Deutschland gearbeitet hat, bevor er sich endgültig für den Norden entschieden hat. Dann hat er acht Jahre lang in “the bush” gelebt, und seit acht Jahren wohnt er in Fairbanks. Wenn Alasker “the bush” sagen, meinen sie eine einfache “log cabin” in der Wildnis. Dort wo es weder Elektrizität gibt, noch Straßenzugang. Ralf meinte, mit dem Motorboot brauchte er auf dem Chatanika etwa 3 Stunden vom Elliot Highway aus. Mit dem Kanu etwa 3 Tage. Der Tag in der Wildnis besteht meist aus Jagen, Holzhacken, oder (im Winter) Wasser holen. Zum Einkaufen ging er nach Fairbanks, möglichst früh aufstehen und loslaufen, etwa 15 km, um möglichst ohne Übernachtung wieder zur Hütte zu kommen. Wobei man sich das nicht als großen, aufregenden Sonntagsausflug vorstellen darf, sondern eher als widerwillig in Kauf genommenes, notwendiges Übel. Die meisten Bushler sind froh, allein draußen zu sein, die wollen die Stadt gar nicht. Und Dennis, der mit an der Alaska Pipeline gebaut hat (also in den Siebzigern), meinte, dass ein Besuch in Fairbanks nach Monaten auf der Baustelle – die zu 98% fernab jeglicher Ortschaft lag – sich anfühlte, wie ein Besuch in einer Großstadt, wie New York. “Woah, so viele Autos, und so viele Leute, die herumlaufen. Da weiß man ja gar nicht, wohin man  zuerst schauen soll.”

Elch jagen und ausweiden gehört zur Normalität, genau wie das Fischen und Wasser holen. Im Winter ging Ralf (nicht nur er, aber er hat es erzählt) mit Axt und Eimer auf den Fluss, manchmal musste er sich 1 m tief vorarbeiten, bis er an Wasser herankam. Mit einigen Tricks kann man verhindern, dass das Loch sofort wieder zu friert, und beim nächsten Mal Wasserholen einige Tage später muss man dann nicht mehr ganz so hart arbeiten. Wobei hart arbeiten ohnehin relativ ist – bei -40°F ist man schon nach vier Stunden (etwa so lange hat man im Winter Tageslicht) etwa so K.O. wie nach 12 Stunden im Sommer.

Für Interessierte haben Ralf und Dennis die Kolumne der Collins-Schwestern im Daily Newsminer empfohlen, die seit Jahrzehnten im “Busch” leben und über ihren Alltag schreiben. Stilistisch nicht gerade anspruchsvoll, aber die beiden haben eine Menge zu erzählen.

Ralf hat mich auch über die Bedeutung eines der Ausstellungsstücke im UAF Museum aufgeklärt: eines “Outhouses”. Die “bush cabins” haben in der Regel nur einen großen Raum, vielleicht noch ein zweites Stockwerk. In den allermeisten Fällen ist die Toilette außerhalb. Sie hat zwar Wände und ein Dach, ist aber so gebaut, dass man rausgucken kann. Und wenn man nachts, oder zumindest im Dunkeln auf dem Klo sitzt und sein Geschäft verrichtet, kommt es häufig vor, dass man Polarlichter sieht. Was natürlich dazu führt, dass viele dort mehr Zeit verbringen als die meisten Stadtleute auf ihren Porzellanschüsseln. Und weil es dort so schön ist, haben viele Leute einen “double holer”, einen Zweisitzer quasi. Dann kann man beim Polarlichtergucken sich nämlich noch mit seiner Frau/seinem Gast/wem auch immer unterhalten. In gewisser Weise ist das Outhouse für Alasker also so etwas wie das Wohnzimmer für Europäer. Wobei der Vergleich zwischen Fernseher und Polarlichtern stark hinkt. Wohl so manche Ex-Bushler, die nun in Fairbanks leben, vermissen ihr Outhouse.

Ein besonders hübsch verziertes Exemplar eines Outhouses, im UAF Museum of the North ausgestellt.

Ich hatte oben schon die Pipeline erwähnt. Das Öl, und damit die Pipeline, macht einen großen Teil der alaskischen Wirtschaft aus. Antonius meinte mal, dass die Haupteinnahmequellen Alaskas nach den Zuschüssen durch den Bund der Tourismus und das Öl sind (in der Reihenfolge). Warum gibt es diese Pipeline überhaupt? Sie war nicht gerade billig… auch wenn sie sich angeblich schon nach einem Jahr amortisiert hat, und das bei den damaligen Ölpreisen. Bevor sie gebaut werden konnte, mussten eine Menge ingenieurtechnische Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, wie man verhindert, dass der Permafrostboden auftaut, wenn in der Pipeline 60°C-heißes Öl fließt. Oder, wie man verhindert, dass die Pipeline zerreißt, wenn sich die Erde bei einem Erdbeben verschiebt. Erdbeben sind in Alaska nicht gerade selten, daher war die Sorge begründet. Das letzte größere Erdbeben war 2002, das großen Schaden in Interior Alaska anrichtete, und das 1964-Erdbeben war zu seinem Auftreten das zweitgrößte jemals aufgezeichnete und verursachte in Kombination mit Tsunamis immensen Schaden an etlichen Küstenstädten Alaskas. Wenn sich die Erde während eines solchen Erdbebens verschiebt, reißt das leicht mal eben so ein Stahlröhrchen auseinander. Das Inland Alaskas hat darüber hinaus Temperaturschwankungen von +90°F bis -60°F, im Sommer und Winter extremer als die Küsten; außerdem ist der Winter im Norden länger als im Süden.
Warum also den Aufwand betreiben und alle diese Probleme lösen? Ganz einfach, weil die gefundenen Ölfelder an der Nordküste Alaskas liegen, die an den Arctic Ocean/das Nordpolarmeer angrenzt. Der Hafen in Prudhoe Bay ist zwar für einige Wochen im Sommer eisfrei, aber das reicht nicht, um das Öl abzutransportieren. Also suchte man den nördlichsten eisfreien Hafen der USA – Valdez – und baute dorthin die Pipeline, etwa 1280 km.

Nun zur Beantwortung der oben genannten Probleme: Da wo der Boden Permafrostboden ist, verläuft die Pipeline überirdisch. Ob der Boden dauerfrostig ist, kann man übrigens meist an der Höhe der Bäume feststellen. Aber zum Permafrost komme ich später nochmal. Die Verschiebungen durch Erdbewegungen und Temperaturunterschiede können durch die Stützen der Pipeline ausgeglichen werden, das Rohr ist beweglich auf dem Querbalken gelagert. Außerdem verläuft die Pipeline in einem charakteristischen Zickzack-Muster. Die Stützden der Pipeline können im Sommer keine Wärme in den Boden leiten, denn sie sind im Inneren hohl und mit Ammoniak gefüllt. Der verdampft in Bodenhöhe im Inneren, entzieht dort also Wärme, und kondensiert dann an den Wärmetauschern, also im Inneren dieser Doppelstangen-Gebilde auf den Pfeilern im Foto. Dieses Kühlsystem funktioniert bis weit unter 0°C; für seine Funktionsfähigkeit spricht, dass die Stützen nicht schon längst im Morast versunken sind. Insgesamt elf Pumpstationen sorgen dafür, dass das Öl über die Berge kommt, und warm bleibt: so fließt es besser. Außerdem werden noch Plastikzylinder (“pigs”) durch die Röhre geschickt, die sich mit dem Öl durch die Pipeline bewegen und etwaige Ablagerungen von den Innenwänden schaben. Oh, und man kann die Pipeline auch nicht einfach mit einem Gewehr durchlöchern, da muss man schon mit schwereren Geschützen auffahren oder betrunken sein und genau eine der Schweißnähte treffen. Beide “Angriffe” wurden bestraft… Wild kann problemlos unter den überirdischen Anlagen durchlaufen, und angeblich gab es bisher keine nennenswerten Unfälle auf der Strecke der Pipeline. Die immerhin schon 34 Jahre alt ist und nur für 25 Jahre konzipiert war. Es gab allerdings diverse Lecks an den Zulieferpipelines in Prudhoe Bay, das größte, weil BP die Korrosion unterschätzte und eine der Röhren einfach durchrostete. Was mit regelmäßigen Ultraschallkontrollen vorher nicht detektierbar war…

Am Visitor Center der Transalaskan Pipeline, unser erster Stop auf der Tour.

Eins der Schweinchen, die die Pipeline sauber halten, in einem Stück Pipeline.

Das ist Ralf. In der Mitte. Links steht Dennis und verdeckt William, rechts Brandon und Steve.

Vielleicht ein paar Worte zu meinen Mitfahrern. Ralf habe ich ja schon vorgestellt. Dennis stammt aus Alaska, hat u.a. die Pipeline mit aufgebaut, ein Weilchen in Prudhoe Bay (da wo die Ölfelder sind, an der Nordküste) gearbeitet, und war an verschiedenen Orten als Touristenführer unterwegs. Emmitt, der dritte Führer, ist Athabascan und stammt aus Ruby, einem kleinen Ort irgendwo westlich von Fairbanks. Sein Vater, Emmitt “Fox” Peters (ohne Jr.), war der dritte, der den Iditarod gewonnen hat. Iditarod? Etwas länger als der Yukon Quest, und angeblich etwas… einfacher ist das falsche Wort. Denn einfach ist etwas anderes, als über 1100 Meilen mit einem Hundeschlitten von Anchorage nach Nome (an der Westküste) zu fahren. Der erste Sieger brauchte 1973 noch etwas über 20 Tage für die Strecke, der “Fox” schaffte es in 14,5 Tagen und heute sind es knapp unter 9 Tagen. Die Zulassungsbedingungen zum Rennen sind hoch, man muss längere erfolgreich abgeschlossene Rennen nachweisen, und die Startgebühr liegt bei 4000 USD. Der Start in Anchorage ist eigentlich nur Schaulaufen, richtig los geht es einen Tag später etwas weiter nördlich. Das Rennen findet im März statt, die Temperaturen liegen üblicherweise tiiiiiief unter dem Gefrierpunkt (und tief hier heißt noch tiefer als -40°C), das Gelände ist unwegsam. Es gibt einige Checkpoints, zwei Zwangspausen von 8 Stunden an bestimmten Orten, einer davon der vorletzte Checkpoint und 90 km vor dem Ziel, und eine 24-h-Zwangspause an einem beliebigen Ort. Jedes Team muss allein und ohne Hilfe fahren, in Notfällen ist Hilfe aber Pflicht – und soll laut Regelwerk auch “nicht bestraft” werden, was immer das heißt. Die großen Hundeschlittenrennen sind so etwas wie der Versuch, die Hundeschlittentradition der Eingeborenen in Erinnerung zu behalten. Allerdings werden die Sieger heute nicht mehr von den Eingeborenen gestellt, sondern von den großen Dog Kennels, die hunderttausende Dollar investieren und die Rennhunde gezielt züchten. Ursprünglich kam die Idee des Iditarod vom “Great Race of Mercy”, als 1925 in Nome die Diphterie seuchte und das nächstgelegene Lager mit dem Gegenmittel in Anchorage lag – fünfeinhalb Tage dauerte dieser Riesenstaffellauf, in dem zwanzig Fahrer und über 100 Hunde das Paket die 674 Meilen von Nenana bis Nome transportierten. Von Anchorage bis Nenana fuhr ein Zug.

Jetzt bin ich abgeschweift, zurück zu Emmitt. Der ist also mit diesem in Alaska berühmten Dog Musher aufgewachsen und hat sein erstes Rennen mit zwei Jahren gewonnen. Was eine Art Mutter-und-Kind-Rennen war, an das er sich überhaupt nicht erinnern kann. Er führt im Sommer Touren durch Denali State Park, und im Winter führt er manchmal Schlittenhundetouren. Und mit ein wenig Glück reicht der Schneefall bis zum nächsten Wochenende, dass ich auch mal auf einen Hundeschlitten kann. Schlittenhunde? Hundeschlitten? Müsste das nicht eher Schlittenhundeschlitten heißen? Egal, drückt mir die Daumen :)

Die anderen Mitfahrer waren Brandon, Steve und William. Brandon und Steve kommen aus Australien. Haben die letzten Wochen die USA bereist, sind für einen Tag in Fairbanks und fliegen morgen weiter nach Kanada und ein paar Tage später zurück nach Australien. Beide haben zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen, haben sich aber enttäuschend erwachsen verhalten. Hab aber herausgefunden, dass sich der Schnee entgegen meiner Vermutung ganz hervorragend für eine Schneeschlacht eignet, mit dem Pulver kann man den Gegner mit einem einzigen gezielten Treffer von oben bis unten einweißen, was mit einem echten Schneeball nicht geht. Beide haben einen australischen Einschlag in ihrem Englisch, aber Steve hat den deutlich stärkeren. Deshalb auch “Stave” und nicht Steve. “I’m cumming, I’m on my wai, I’m cumming.” Beide arbeiten als Elektroingenieure, bzw. arbeiteten. Ob ich aber die Einladung, nach Australien zu kommen, annehmen werde, bezweifle ich. “Sharks are actually more dangerous in the inland canals, where we live, than in the open sea.” Von den Geschichten mit Schlangen und Skorpionen ganz zu schweigen. Bei den Dugongs dagegen waren Ralf und ich felsenfest davon überzeugt, dass die beiden fantasieren, aber diese eigenarten Kuh-Wale gibt es tatsächlich. Genau wie die Quokkas, die wiederum wären nun eher ein Grund, mal einen Abstecher nach Australien zu machen. Das ist beeindruckenderweise nur vier Zeitzonen von hier entfernt. Verkehrte Welt.

Dann gab es da noch William aus Shanghai, seinen echten Namen hat er nicht verraten. Wir haben ihn auch nicht gefragt, William war nicht gerade gesprächig. Während wir anderen sechs uns munter unterhalten haben, hat William auf seinem Computer Film geguckt. Und gespielt. Und Musik gehört. Und wieder gespielt. Selbst am Polarkreis saß er nach einer Minute wieder im Auto und hat sich mit seinem Computer beschäftigt. In Livengood (kommt später noch) ist er nur auf Drängen von Emmitt ausgestiegen. Mich würde mal interessieren, was er außer den drei Fotos vom Polarkreis von dieser Reise mitgenommen hat. Nichts von den Erzählungen jedenfalls, denn die Kopfhörer hatte er die ganze Zeit auf. Und auch wenn er in Livengood mit gaaaaanz leicht ungeduldigem Ton gefragt hat, warum wir hier warten (kurz bevor wir losfuhren, ich komm ja gleich dazu) – er hat sich später noch mit Dennis unterhalten, und da war sein Englisch eigentlich ganz passabel. Besser als das des Durchschnittschinesen.

Ja, und dann gab’s noch mich. Nachdem ich mich bei der Vorstellrunde als Expertin für Polarlichter geoutet hatte, durfte ich dann später am Abend noch erklären, wie die zustande kommen. Ralf hatte die zwar auch schon erklärt, aber ich sollte dann nochmal meine “wissenschaftliche” Version vom Stapel lassen. Hab ich dann auch gemacht, dabei ist mir aufgegangen, dass ich zwar dauernd das Gefühl habe nichts zu verstehen, aber auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Alles egal, die fünf meinten begeistert, sie hätten mich verstanden, gute Tat erledigt.

Jetzt aber zu Livengood. Die ganze Fahrt zum Arctic Circle dauerte etwas über sieben Stunden. Eine Richtung. Alles in allem sollten wir etwa gegen 4 Uhr morgens wieder zurück sein. Wir fuhren von Fairbanks aus den Elliot Highway nach Norden – wenn man auf Google Maps schaut, ist das das gelbe Schwänzchen, das nach Norden führt und dann irgendwo in der Pampa endet. Tatsächlich führt die Straße noch etwas weiter bis Manley Hot Springs. Aber ungefähr dort, wo die Straße bei Google Maps aufhört, zweigt der Dalton Highway, die Nummer 11 der Alaska Highways, ab. Und der führt geradewegs nach Norden, bis nach Prudhoe Bay. Jetzt weiß ich auch, warum man dort mit einem Mietwagen nicht fahren darf. Die Straße (not paved, Schotterpiste) selbst ist gar nicht mal das Problem. Im Winter fährt es sich dort etwas holpriger als auf den geteerten Straßen, aber das soll wohl harmlos im Vergleich zum Sommer sein. Die Straße wird auch befahrbar gehalten, denn sie ist die Hauptlebenslinie für die etwa 2500 Arbeiter in Prudhoe Bay, der überwiegende Großteil der Fahrzeuge auf dieser Strecke sind Trucks. Gefährliche Stellen gibt es genug, aber die sind auch ausgewiesen.
Nein, das Hauptproblem auf dieser Strecke ist ihre Abgeschiedenheit, und die daraus folgenden Konsequenzen. Kurz nachdem man den Elliot Highway verlässt, steht ein Schild am Straßenrand “Next Services 118 miles”. Soll heißen, die nächste Tankstelle kommt in 180 km (!). Die wird allerdings nur im Sommer betrieben, die nächste kommt nochmal 130 Meilen später, in Coldfoot. Wenigstens ist Stau kein Problem, so dass man seinen Benzinverbrauch eigentlich gut unter Kontrolle hat.
Zweites Problem sind Unfälle. Es gibt durchaus Stellen, an denen sich auch erfahrene Fahrer überschätzen können. Das Gelände ist sehr hügelig, stellenweise geht es meilenweit bergab. Trucks kündigen sich vor allem nachts schon von Weitem mit ihren Monsterscheinwerfern an, aber gerade bei Schnee kann doch mal einer unerwartet um die Kurve kommen. Und in der Schneeschleppe dahinter ist absolut nichts zu erkennen. Trucks haben auf dem Dalton Vorfahrt, das einzig Sinnvolle, was man also machen kann, ist so schnell wie möglich anzuhalten. Ralf meinte, er fährt nie schneller als 40 mph, auch wenn theoretisch 65 erlaubt sind.
Eine unglaubliche Erleichterung sind die kleinen “CVs”, die jeder Fahrer auf dem Dalton dabei haben sollte: WalkieTalkies, mit einer Reichweite von etwa 2-3 Meilen, mit denen man sich mit den anderen Fahrern auf der Strecke in Verbindung setzen kann. So kann man zum Beispiel fragen, ob man vorbei kann, wenn ein Truck am Straßenrand steht (heißt, etwa einen halben Meter in der Spur versetzt, Straßenrand gibt’s eigentlich nicht), man kann vorwarnen, wenn man an eine kritische Stelle kommt (“Beaver Slide, heading North”), oder vor einem Hang gewarnt werden, dass da gleich noch ein Lkw kommt.
Ich hatte ja schon die Wetterbedingungen erwähnt, und den anhaltenden Schneefall. Wir haben einige Trucks am “Straßenrand” gesehen, deren Fahrer gerade dabei waren, Schneeketten aufzuziehen. Wenn so ein Truck vor dir den Hang runtergerutscht kommt, den du gerade hoch willst… Es gibt Erlebnisse, die muss ich nicht haben. Und der Dalton führt wirklich geradewegs über alle Berghänge, keine Umwege, nur um die Steigung niedrig zu halten. Wer hier langfährt, will schließlich noch über den Brooks Range, und wer hier nicht drüber kommt, der schafft den Brooks Range erst recht nicht.
Dazu kommen eben noch Schneefall, Schneewehen und die gefürchteten Whiteouts. Am Arctic Circle drängelte Ralf irgendwann, dass er über Finger Mountain sein will, bevor dort die hohen snow drifts entstehen, die er lieber vermeiden würde. Das sah schon auf der Hinfahrt nicht gut aus. Bei Whiteouts dann kommt so viel Schnee von oben und von der Seite, dass man nicht mal bis zum Ende der Motorhaube sehen kann. An besonders kritischen Stellen stehen am Dalton reflektierende Begrenzungspfosten, an denen man sich vorsichtig vorwärts tasten kann.
Aber das wirklich Gefährliche sind Unfälle oder Pannen. Egal wo, wenn man auf dem Dalton einen Unfall hat, muss man mit sehr langen Wartezeiten rechnen. Eingeklemmt im Auto und die Böschung heruntergerutscht? Zwölf Stunden Wartezeit, bis Hilfe kommt, sind keine Seltenheit, selbst wenn ein Truck vorbeikommt, der seine Zentrale anrufen kann. Handyempfang gibt es auf dem Dalton schließlich nicht. Im Zweifelsfall ist die nächste Maintenance Station auch mehrere hundert Meilen entfernt oder gerade unbesetzt. Man muss nicht mal verletzt sein, um in ernsthafte Gefahr zu kommen, wenn das Auto nicht mehr läuft. Es gibt zwar auch Geschichten, in denen Leute nur eine halbe Stunde warten mussten, weil eine Tow Maschine in der Nähe war, weil zuvor auf der Strecke schon etliche Unfälle passiert waren. Aber es gilt auch hier, was für Expeditionen selbstverständlich ist: Lieber etwas mehr an Essen und wärmer an Kleidung dabei als man unbedingt zu brauchen glaubt.

Ich bin schon wieder abgeschweift.

Zurück zu Livengood. Oder überhaupt erstmal hin. Von den hinteren Insassen unbemerkt sprang kurz nach dem Yukon die Tankleuchte an. Ralf, der die Strecke schon zur Genüge gefahren ist, meinte, normalerweise hat er noch knapp einen Viertel Tank übrig, wenn er in Fairbanks ankommt. Der Tank war voll, als wir gestartet sind. Noch am Finger Mountain dachte er, dass es etwas knapp werden könnte, kurz darauf fiel der Tankstand deutlich schneller als er sollte. Ich erwähnte ja bereits das “118 miles”-Schild.
In Livengood (von Norden her kurz nach eben jenem Schild) gibt es eine Maintenance Station, die hell erleuchtet war. So oder so hätten wir dort wohl angehalten. Lieber dort als am Straßenrand stehen. Die Station war zwar hell erleuchtet, aber trotzdem unbemannt. Und die Zapfsäule abgeschlossen. Es war Freitag Nacht, etwa 2 Uhr und noch über 80 Meilen bis Fairbanks. Aber – die Garagenhalle für die Straßenräummaschinen war unabgeschlossen. Von dort konnte Ralf einen Kollegen anrufen, der dann mit zwei 5-Gallonen-Kanistern nach Livengood rausgefahren ist. Wie gesagt, über 80 Meilen bei Schneefall – kurz vor 5 konnten wir von Livengood starten, kurz vor halb 8 war ich endlich zu Hause. Die beiden Australier sind gleich weiter zum Flughafen gefahren, insofern kann ich mich nicht beschweren; ich habe gestern und heute bis um 1 geschlafen.
Alles in allem also ein eher glimpfliches Abenteuer, das aber die potentielle Gefährlichkeit solcher eigentlich harmlosen Situationen auf dem Dalton Highway zeigt: wenn wir es nicht bis zu der Livengood Station geschafft hätten, hätten wir wohl deutlich länger warten müssen; das zuvor warme Auto war innerhalb einer Viertelstunde empfindlich abgekühlt.

Glück im Unglück: in der Halle war es warm. Wir vermuten, dass alle Lichter und Lüfter an waren, weil die Generatoren eine Grundlast brauchen.

Ich wollte noch ein paar Worte zum Permafrostboden verlieren. Denn der ist für Alaska ungefähr so wichtig wie die Berge für die Alpen. Permafrostboden heißt, dass der Boden dauerhaft gefroren ist. Was nicht heißt, dass er im Sommer nicht ein wenig auftauen könnte, aber das tut er nur an der Oberfläche. Ein paar Zentimeter, mehr nicht. Oder er reicht gar nicht erst bis an die Oberfläche, sondern beginnt erst in ein paar Metern Tiefe. Ich hatte irgendwo schon mal erwähnt, dass Zentralalaska sehr wenig Niederschläge hat. Wenn Alaska “normalen” Boden hätte, würde das wenige Wasser versickern und hier wäre Wüste. Aber Alaska hat den Permafrostboden, der verhindert, dass das Wasser abfließt. Und so hält der Boden nicht nur das Regenwasser zurück, sondern auch einen Teil des Schmelzwassers. Und so können hier Bäume wachsen. Sicher, wenn der Permafrost bis an die Oberfläche reicht, wachsen die Bäume nicht so hoch. Aber ohne Permafrost – und damit ohne Wasser – “würde es zwei bis drei Jahre dauern”, dann sind die Bäume tot. Wobei sich ja die Klimatiker nicht einig sind, was passiert, wenn der Permafrostboden auftaut. Möglicherweise wird Alaska ja dann Monsunregion ;)
Übrigens ist nicht ganz Alaska permafrostig: das variiert von Region zu Region, und hängt neben der Sonneneinstrahlung hauptsächlich vom Gestein ab, manches Gestein speichert Wärme und Wasser besser als anderes, und so kann es kommen, dass die Bäume innerhalb weniger Meter doppelt so groß sind wie ihre Nachbarn, wenn das Gestein im Boden variiert.

Was man hier sieht (wenn man die Reflexion in der Fensterscheibe ignoriert), ist die Pipeline, die sich den Berg hinaufwindet – und auf halber Höhe im Hang verschwindet.  Ohne Wolken könnte man auch den sprunghaften Höhenanstieg der Bäume sehen. Da wo die Pipeline abtaucht, da wechselt der Boden von Permafrost (unten) zu “normalem” Boden (weiter oben am Hang).

Bei Touren mit Outdoor Freaks dürfen natürlich auch die “wild animal encounters” nicht fehlen. Sind Elche gefährlich? Von wegen nein. Männliche Elche mögen trotz ihres Geweihs nicht aggressiv sein, aber wehe, man kommt in die Nähe einer Kuh mit Kalb oder tritt, wenn auch unbewusst, zwischen die beiden. Dazu mal eine Horrorgeschichte: Auf den Campus der UAA, der University of Alaska Anchorage, hat sich vor etwa fünf Jahren eine Elchkuh verirrt, zusammen mit ihrem Kalb. Aus einem der Universitätsgebäude kommt ein Mann, sieht weder Kuh noch Kalb und will die Straße entlanglaufen. Er hat nichts gemacht, keins der beiden Tiere überhaupt bemerkt, und wollte einfach nur seines Weges gehen. Was auch immer der Elchkuh aufgestoßen ist – der Mann hat die Attacke nicht überlebt. Und Geschichten solcher Art gibt es viele, wenn auch meist ohne tödlichen Ausgang. Im Winter “verirren” sich viele Elche in die Städte um im Müll nach Nahrung zu suchen, im Sommer sind eher unachtsame Touristen die Opfer, die den süßen Elch da auf dem Weg fotografieren wollen. Angeblich gibt es mehr Elch-”Überfälle” als Zusammenstöße mit Bären. Was wohl hauptsächlich an ihrer größeren Zahl liegt. Im Jahr trifft es 5-10 Menschen – Alaskas Bevölkerung liegt bei 700 000. Das gibt mir also eine vernünftige Chance, die nächsten zwei Wochen hier noch zu überleben ;)

Weniger gefährlich dagegen sind Bären. Wobei es auch da einige Horrorgeschichten gibt. Aber in den meisten Fällen haben die Leute mehr Respekt vor Bären als vor Elchen und tun daher das Richtige: aus dem Weg gehen. Auf meinen bisherigen Wanderungen habe ich dementsprechend auch das Richtige gemacht: Ich bin nicht gerade auf Samtpfoten durch den Wald gestapft, ich muss weithin zu hören gewesen sein. Selbst wenn ein Bär aus seinem Winterschlaf erwacht wäre, wäre er mir wohl schon aus dem Weg gegangen, bevor ich in seine Nähe gekommen wäre.
Was macht man, wenn man trotz Lärm plötzlich einem Bären gegenüber steht? Bären mögen Wanderwege, läuft sich einfacher. Wenn man dort also einen Bären sieht, geht man am besten selbst vom Weg und in großem Bogen um den Bären herum. Ohne dabei den Weg zu verlieren, die Gefahr sich zu verlaufen und nicht mehr zurück zu finden, ist in den allermeisten Fällen größer als die, die vom Bären ausgeht.
Und wenn der Bär folgt? Untypisch. Aber falls er es doch tut, langsam rückwärts gehen. Mit dem Bären sprechen. In die Hände klatschen. Ihm so klar machen, dass man nicht zu seiner typischen Beute gehört. Bloß nicht weglaufen, das weckt den Jagdinstinkt. Und der Bär ist deutlich schneller. Wenn man hat, etwas zurück lassen, um den Bären aufzuhalten. Aber auf keinen Fall Essen, das wird er fressen und sich mehr holen wollen.
Emmitt erzählte noch, dass ein Bekannter von ihm immer eine Weidenrute oder Peitsche dabei hat – Bären kennen das Geräusch nicht, und hätten daher schon mehrmals die Flucht ergriffen, wenn sie es gehört haben.
Und wenn er angreift? Noch unwahrscheinlicher. Aber dann ist es wichtig zu wissen, was man da für einen Bären vor sich hat. In Alaska gibt zwei Sorten: Schwarz- und Braunbären (aka Grizzleys). Schwarzbären sind kleiner, Braunbären haben einen kräftigeren, kantigen Schädel, längere Krallen… und eine Art Höcker auf der Schulter. Das ist wohl das einfachste Unterscheidungsmerkmal. Die Fellfarbe hilft nicht, die kann bei beiden Arten sehr stark variieren. Mit einem Schwarzbären kann man kämpfen. Man muss nicht mal gut sein, es kursieren viele Geschichten, in denen Schwarzbären mit einem Taschenmesser, in einem Fall sogar mit einem Stock vertrieben werden konnten. Bei Braunbären hat man damit keine Chance. Da hilft nur Totstellen. Hände in den Nacken, Knie ranziehen, still liegen. Lange still liegen. “After an hour you may dare to open one eye.” Wenn der Bär weg ist, kann man ganz langsam und leise versuchen abzuhauen. Diese Taktik wiederum würde aber bei einem Schwarzbären nicht funktionieren.
Warum? Schwarzbären fressen sofort, wenn sie etwas finden. Braunbären dagegen umkreisen es erst, stellen sicher, dass es tot ist und kommen dann Tage später zurück um zu fressen.
Oh, und wenn der Bär einen Menschen “angreift”, ist es meist nur ein Bluff um herauszufinden, ob der nun zu seiner Beute gehört oder nicht. Läuft der Mensch weg, ist das ein “ja”.
Dummerweise kam nach dieser Aussage die Geschichte, in der ein einsamer, aber erfahrener Wanderer in Nordalaska von einem Bären attackiert wurde. Der Bär täuschte auch einen Angriff vor, rannte auf den Wanderer zu. Der hatte zwar Bärenspray dabei (Bärenvertreibungsmittel), konnte es aber nicht schnell genug greifen und ließ sich zu Boden fallen. Der untypische Bär startete noch einen zweiten Angriff, rannte los. Diesmal biss er den Wanderer in den Oberschenkel, nur leicht, so als ob um zu testen, was das für ein Fleisch ist. Da hatte der endlich sein Spray vorgekramt und hat den Bären in die Flucht getrieben. Ein Bärenbiss ist alles andere als unbedenklich, aber glücklicherweise passierte das Ganze “nur” etwa zehn Meilen vom Dalton entfernt und der Wanderer schaffte es bis zum Highway, wurde dort von einem Trucker aufgesammelt und bis Prudhoe Bay gebracht, wo die Wunde etwa 20 Stunden nach dem Biss versorgt werden konnte. Das Ende der Geschichte? Heute zeigt der Wanderer bei passender Gelegenheit stolz seine Bisswunde.
Oh und noch etwas. Das oben Beschriebene funktioniert nur im Sommer. Wenn man einem Bären im Winter begegnet, ist der aus seinem Winterschlaf erwacht. Und wenn er aus seinem Winterschlaf erwacht ist, und auch noch aus seinem Bau rauskommt, muss er hungrig sein. Und hungrig ist gleichbedeutend mit aggressiv. Was macht man dann? Then your best bet is to shoot him.
Aber wie gesagt, ist alles sehr unwahrscheinlich. Die meisten Bären meiden uns.

In dem Zusammenhang hab ich die Führer auch gleich gefragt, welches Tier in der Gegend der Delta Junction anfängt, nachts zu heulen. Erst tippten sie auf Hunde, aber als ich ihnen den genaueren Ort sagte (Donnelly Dome; da war meilenweit nix zu sehen, wo Hunde hätten wohnen können), waren sich alle drei sofort einig, dass das nur Wölfe gewesen sein können. Aber Wölfe meiden Menschen in den meisten Fällen auch, es sei denn… (und jetzt kamen die Geschichten, wo (1) eine Joggerin nur eine Meile vor ihrer Haustür von Wölfen angefallen wurde und (2) verschiedene Wanderer ihre Begleithunde an Wölfe verloren haben.) Dennis meinte dann noch, dass er wahrscheinlich nie ohne seine Pistole allein in die Wildnis gehen würde.

Was noch seltener zu sehen ist als Bären, sind “Wolverines”. Dem Bild nach sehen die wie ein Verwandter des Bären aus, mit beeindruckenderen Krallen und Gebiss. Als ich im Wörterbuch nachgeschlagen hab, was denn ein wolverine nun ist, war ich erstaunt: bis dahin kannte ich den Vielfraß vor allem als Bezeichnung für Leute, die nicht satt zu kriegen sind. Aber der echte Vielfraß ist ein ziemlich furchtloser, kämpferischer Zeitgenosse, der auch kein Problem damit hat, Tiere anzugreifen, die deutlich größer sind als er. Meist eher Elche und Rentiere, wobei das schon eher ein Luxusessen für ihn ist. Seine typische Nahrung sind eher Schneehasen und Mäuse. Aber Emmitt hat erzählt, wie er als Elfjähriger mit seinem Vater beobachtet hat, wie ein Vielfraß einem Bären dessen Beute streitig gemacht hat – und gewonnen hat.

So. Meine Finger tun nicht weh, aber mein Handgelenk. Wenn mir hier etwas fehlt, dann meine Tastatur. Zum Abschluss daher jetzt noch ein Bild von den Bäumen am Straßenrand. Davon gab es mehr genug, aber in den windigeren Regionen weiter im Norden sahen die Bäume eher wie Stalagmiten aus, sehr märchenhaft; ich hoffe, man kann das auf dem Foto (bei Nacht aus dem fahrenden Auto heraus) erahnen.

 

6 Kommentare zu '4./5. November 2011, Arctic Circle'

  1. HaHa sagte am 11. November 2011 um 08:31 Uhr:

    Bitte was? Bei -40°C sein Geschäft verrichten und es dann auch noch so schön finden, dass man stundenlang bleibt?! Oder sind die Outhouses beheizt?

  2. HaHa sagte am 11. November 2011 um 08:33 Uhr:

    Oh. Wieder was gelernt. Deshalb also hieß der berühmte Tanker Exxon Valdez…

  3. HaHa sagte am 11. November 2011 um 08:39 Uhr:

    Das Schild “Cold Foot” zeigt in die falsche Richtung. Es müsste schräg nach unten zeigen ;-) Warum ist eigentlich ausgerechnet Magnolia TX ausgeschildert – und wieso steht auf dem nächsten Foto “Alyeska pipeline”?

  4. HaHa sagte am 11. November 2011 um 08:57 Uhr:

    Lach. Hast du gesehen, wo der Hway 11 endet? Am Deadhorse Airport :)

    Wofür steht CV? Oder meintest du CB?
    (http://en.wikipedia.org/wiki/Citizens%27_band_radio)

    Allen Ernstes: Euer Guide hatte nicht mal nen Ersatzkanister dabei? Ist ja nicht so, dass das ne sonderlich originelle Idee wäre…

  5. HaHa sagte am 11. November 2011 um 09:01 Uhr:

    Die Kuh-Wale heißen auf deutsch übrigens Seekühe. Und wie ich eben lernte, heißt eine der beiden Sehkuhfamilien auf Latein Dugongidae :) Obwohl ich den deutschen Namen aussagekräftiger finde: Gabelschwanzseekühe.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Seekuh

  6. HaHa sagte am 11. November 2011 um 09:16 Uhr:

    Get out! Wolverine ist tatsächlich ein Tiername? Und ich dacht, das wär ein Kunstwort für den Knaben hier:
    http://www.filmofilia.com/wp-content/uploads/2009/03/wolverine_poster.jpg
    (obwohl: wenn ich drüber nachdenke, hab ich das immer mit Wolfram in Verbindung gebracht, was aber knapp daneben liegt – sowohl in Bezug auf den Knaben als auch auf das Wort wolverine ;-)

    Wikipedia hat übrigens bei dir abgeschrieben: “The wolverine has a reputation for ferocity and strength out of proportion to its size, with the documented ability to kill prey many times its size.”
    http://en.wikipedia.org/wiki/Wolverine
    Dabei sieht der auf dem Wikipedia-Foto so süüüüüß aus… und die Bezeichnung “größtes landlebendes Wiesel, weil der Fischotter größer ist” hätte mir auch nicht gerade Respekt eingeflößt – wenn da nicht dieses fiese Gebiss auf deinem Foto wär ;-)

Theme von BenediktRB • Powered by Wordpress • Abonniere den RSS Feed