30. Oktober 2011, UAF Trails

30. October 2011

Heute ging es auf die Ski- und Wanderpfade der UAF. Die haben nämlich ihr eigenes Waldstück kultiviert. Darin und daneben befinden sich verschiedene Forschungsstationen, neben der obligatorischen Satellitenmonsterschüssel auch der Botanische Garten. Wer hätte es gedacht, der botanische Garten ist im Winter geschlossen. Genauso wie die Eldorado Goldmine, so langsam macht das keinen Spaß im Herbstwinter hier zu sein. Wenigstens hat der Garten eine ganz nette interaktive Karte, auf der man sich ein wenig umsehen kann. In natura ist der Garten nicht mehr ganz so hübsch, dieser Eindruck kann aber auch an der Schneedecke liegen, die gerade dort… liegt. Das hintere Ende des botanischen Gartens liegt nämlich genau an dem Parkplatz, von dem aus ich in die UAF Trails eingestiegen bin.

Zur Orientierung hier eine kleine Karte – in der Mitte unten, direkt neben der “Ski hut” ist das Geophysical Institute, wo ich arbeite. Direkt darunter liegt der Parkplatz, von dem aus ich gestartet bin, und rechts knapp außerhalb des pdf wohne ich. Am Anfang bin ich den gestrichelten Linien bis zum T-Field gefolgt, danach hab ich keine Ahnung, wie ich eigentlich gelaufen bin. Ich habe mich aber sicher zurück gefunden ;) An der exotischen Baumsammlung war ich auch, konnte aber keine exotischen Bäume ausmachen. Und wenn ich noch weiter nördlich gegangen wäre, hätte ich noch mal die Muskoxen besuchen können, ich bin aber nach Westen abgebogen. Alles in allem eine entspannte, lockere Wanderung durch mäßig hügeliges Terrain, durch bestenfalls knöcheltiefen Pulverschnee (jetzt weiß ich auch, warum ich hier keine Kinder draußen spielen sehe: mit dem Zeug kann man ja keinen vernünftigen Schneeball formen), und nach viereinhalb Stunden war ich wieder zu Hause.

Juchhu, wieder eine, nein zwei (!) Nebensonnen. Ohne Haloring, und auch nur kurz, keine Minute später waren Wolken vor der Sonne.

Die UAF hat nicht nur Wanderwege, sondern auch einen Rodelhang. Auf den bin ich schon mal abends gestoßen, als ich querfeldein über den Campus gelaufen bin. Auffällig war, dass alle Kinder lustige bunte Plastikschalen zum Rodeln hatten. Richtige Schlitten hab ich keine gesehen. Links hinten knapp außerhalb des Bildes ist das Museum of the North.

Die Hauptwege erinnern an meinen Stadtwald in Schweden. Die waren dort auch relativ groß und breit und beleuchtet, damit man auch im tiefsten Winter, wenn nach der Arbeit keine Sonne mehr scheint, dort (Ski) fahren kann. Hier allerdings wird streng zwischen Skiweg und Wanderweg getrennt, zwischen beiden ist sogar ein Zaun. Zum Wald hin ist nochmal Zaun, und so läuft man als Wanderer zwischen Gittern dahin. Sehr schön… Aber dieser Unfug hört später auf, und irgendwann war ich ohnehin auf kleineren Wegen unterwegs, wo die Trennung nicht mehr so strikt ist. Von diesen kleineren Wegen führten immer wieder kleinere Trampelpfade ab und in den Wald hinein. Aber ich wollte ja nicht schon wieder durch Unterholz stapfen, wenigstens einmal auf gepflegten Wegen bleiben…

Die Hauptwege sind ausgeschildert und benamt. Die Warnung vor Skifahrern bzw. langsamen Wanderern auf der Rückseite des Schildes macht insbesondere an den Abfahrten Sinn.

Zugefrorener See mit coolen Wolken. Die Pfade führen direkt über den See, der bis auf eine winzig kleine Anomalie am Ufer^^ dick zugefroren ist.

Ich habe versucht, den Skispuren so gut es geht auszuweichen. Mich nervt ja auch, wenn Fußgänger durch Loipen trampeln, die ich befahren will. Wobei es vermutlich nicht mal einen Unterschied gemacht hätte, bei dem Gepulvere kann man gar nichts festtreten.

Mich hat jemand gefragt, ob ich diese Landschaft eigentlich schön finde, wo selbst die Bäume aussehen, als sei ihnen kalt. Klare Antwort: Natürlich. Sind halt Tundrabäume, noch “echte, harte Männer” äh, Bäume, die noch um ihr Überleben kämpfen. Als ich vor ein paar Jahren aus der Staubwüste um Salamanca herum (übrigens der Geburtsort von El Lute ;) ) in die üppig grünen Wälder in der Schweiz gekommen bin, fand ich diesen grünen Überfluss ziemlich abstoßend, das war schon fast ein Kulturschock, den ich da bekommen hab. Dabei war ich zuvor schon für zwei Monate in Zürich gewesen, ich wusste also, wohin ich komme. Trotzdem war es erstmal eine Erleichterung, zwei Wochen später an die umwindeten Felsen der Bretagne zu kommen… Ein chaotischer Sommer, damals, als ich noch jung war, und mich mit so komischen Typen herumgetrieben hab ;)
Mich hat eher überrascht, mit Birken noch Laubbäume hier oben anzutreffen. Ich hatte nur Nadelbäume erwartet.

Oops. Wie bin ich denn hier hin gekommen? Ich wollte doch gar keinen Trampelpfaden folgen?! Ich muss wohl kurz nicht aufgepasst haben…

Haps!
Echte Männer essen keinen Honig, die kauen Bienen. Und echte Bäume trinken keine Eisenionen, die kauen Stahldraht!

Wird vermutlich langweilig, schon wieder ein Sonnenuntergang. Hier gibt es aber auch dauernd so hübsche! Daran könnte man sich glatt gewöhnen :)

3 Kommentare zu '30. Oktober 2011, UAF Trails'

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