25.01.2014 Mountainbiketour

27. January 2014

Bevor ich zur Tour komme, möchte ich kurz meinen Begleiter vorstellen: Ruben, freiberuflicher Bergführer in Chile, Triathlet, und mit einer Deutschen verheiratet. Sein Deutsch ist langsam aber gut, trotzdem unterhalten wir uns hauptsächlich auf Englisch. Kennen gelernt hat er mich an meinem zweiten Tag in Pucón, dem Tag des Iron Man. Da der Fahrradteil bei uns in der Straße anfing, hatte er nach dem Rennen kurz sein Fahrrad bei uns reingestellt. Allerdings habe ich an dem Tag mit so vielen neuen Leuten zu tun gehabt, dass ich mich an ihn nur sehr dunkel erinnern kann. Deshalb habe ich ihn einen Tag vor meinem Hundebiss kennen gelernt, und seitdem waren wir mehrmals zusammen essen und er hat angeboten, mir ein wenig die Gegend zu zeigen und mir ein paar Vorschläge gemacht.

Für gestern haben wir uns also zum Mountainbikefahren verabredet. Für mich hatte er ein Bike von einem Freund ausgeliehen, außerdem brachte er ein paar Fahrradklamotten für mich mit. Am Abend zuvor war er noch mit Freunden einen trinken, daher war er am Vormittag noch ungewöhnlich ungesprächig. Mir war das nur recht, denn ich hatte mit meinem Fahrrad noch etwas zu kämpfen. Die Gangschaltung ging falsch, d.h. anders als an meinem eigenen Fahrrad in Deutschland, und so schaltete ich öfter mal in die falsche Richtung. Der Sattel war die Hölle, aber am schlimmsten war der Lenker. Bei der kleinsten Druckverlagerung brach er sofort seitlich aus.

Wir fuhren als erstes aus Pucón raus, immer an der Straße entlang. Anfangs gab es einen Fahrradweg, später bogen wir von der Landstraße in eine kleinere Nebenstraße, überquerten den Trancura, und landeten schließlich auf einer Schotterstraße. Dank der breiten Bereifung war der Untergrund kein Problem.

Der Río Trancura, kurz vor der Mündung in den Villarrica-See, Richtung Süden geblickt. Im Hintergrund Lanín und Quetrupillán.

Dann kam, was Ruben eine “kleine Überraschung” nannte, eine Steigung vergleichbar mit dem Anstieg die PöHö hinauf, also ziemlich steil und langgezogen. Ich schaltete erst in die falsche Richtung, kam also vor Beginn der Steigung nicht mehr in einen niedrigen Gang und machte daher nach ein paar Höhenmetern schlapp. Ich schaffte es, am Berg wieder anzufahren und herunterzuschalten, aber kurz darauf kam ein steilwandiges Loch in der Straße, in das mich der wackelige Lenker beinahe hineinmanövrierte. Zwischendrin ging es kurz bergab, in der nächsten Steigung hatte ich dann die Nase voll und nahm auf einer kleinen Kuppe Rubens Angebot an, sein Fahrrad zu nehmen.

Weil der Ort günstig war, schlüpfte ich gleich noch hinter ein Gebüsch und wechselte in seine Fahrradklamotten. Das Oberteil war mir um drei Nummern zu weit und die Hose zu eng – aber immerhin hatte sie ein gutes Polster. Auf der nun folgenden Abfahrt bekam ich es mit der Angst zu tun. Vor allem das erste Stück war weicher Schotter durchsetzt mit fiesen Bodenwellen, und das Fahrrad war gefühlt einen halben Meter kürzer als das vorherige. Egal wie weit ich versuchte, das Gewicht nach hinten zu verlagern, ich hatte immer das Gefühl, gleich vornüber zu kippen. Immerhin war der Lenker an dem Fahrrad deutlich stabiler. Die Gangschaltung machte genauso wie an dem anderen Fahrrad unverhersehbare Dinge, reagierte manchmal aber auch gar nicht. Dem Durchratschen der Kette nach zu urteilen, müssen auch einige der Zahnräder schon fast zahnlos sein. Der Sattel fühlte sich bequemer an, aber ich tippe, dass dieses trügerische Gefühl eher auf die Hose zurückzuführen war.

Nach einem furchterregendem Kilometer abwärts wurde die Strecke etwas flacher, und irgendwann ging es wieder bergan. Stetig und mehr oder weniger langsam, aber inzwischen bekam ich die Gangschaltung schon einigermaßen in den Griff.

Ich war vollauf damit beschäftigt, die Aussicht hinter mir (der Villarrica, was sonst) zu bewundern, ohne das Fahrrad in den Straßengraben zu befördern. Plötzlich standen wir vor einer Holzhütte und Ruben drückte einer Dame 1000 Pesos in die Hand – Eintritt für zwei Personen. Einen weiteren Kilometer später begriff ich, wo wir waren, an den Ojos de Caburga.

Drei kleine Wasserfälle an den Ojos de Caburgua, die mitten im Wald liegen und unterirdisch vom Lago Caburgua gespeist werden.

An einem mittelgroßen Staubparkplatz hielten wir an, Ruben legte sich neben den beiden Fahrrädern auf eine Holzbank im Schatten, und ich zog mit der Kamera los, den chilenischen Touristen hinterher.

Die Ojos de Caburga sind kleine Quellen, die sich mitten im Wald befinden. Die Touristenattraktion besteht aus mehreren Aussichtsplattformen, die über mehr oder minder wegsame Matschpisten verbunden waren, und von denen aus man einen schönen Blick über drei bis vier kleine Wasserfälle hat. Bedenkt man die abgeschiedene Lage, quoll das Gelände geradezu über von Touristen, und auf einem der steileren ausgetretenen Weg rutschte ich auch prompt aus und konnte mit Mühe und meinem rechten Zeigefinger verhindern, dass ich mit der Hose über den Schlamm rutschte. Der Finger blieb heil, wohl auch, weil ich mit der linken Hand doch noch den nächsten Teil des Geländers erwischen konnte.

Etwas oberhalb der Wasserfälle befand sich noch eine kleine Lagune, die Laguna Azul. Eine landschaftlich wunderschöne Gegend, aber wenn Chile seine Drohung wahrmacht und nochmehr Touristen ins Land holt, bleibt von der Schönheit dieses Kleinods nicht viel übrig.

Zurück am Parkplatz aß ich ein mitgebrachtes Brötchen, während Ruben noch etwas benommen danebensaß. Als wir aufbrachen, fuhren wir mit unseren Rädern an einer kleinen Kolonne Autos vorbei – auf der schmalen Straße unmittelbar vor dem Parkplatz sammelten sich ein paar Autos, die nicht an den Autos vorbeikamen, die vom Parkplatz runter wollten.

Wir verließen den kleinen Park, folgten noch ein Stückchen der Schotterpiste und bogen dann auf die Landstraße ein. An der Einmündung standen einige Polizisten, die uns zu sich auf die Straße wunken – zufällig war gestern der letzte Tag der Trans Andes Challenge, einem 6-tägigen Rennen von Puerto Pirehueico in den Anden bis nach Pucón, mit der letzten Etappe von Huife nach Pucón. Auf halber Strecke etwa liegt Caburgua, und auf der Straße kamen uns tatsächlich einige Mountainbikefahrer entgegen. Die rasten bergab, während wir uns in der brütenden Mittagshitze in praller Sonne nach oben quälten. Unterwegs wechselten wir mehrmals die Position, und jedesmal grinste mich Ruben, der Sack, an. Wir passierten die Stelle, an der die Schotterstraße zum Nationalpark Huerquehue abzweigt. Kurz darauf hielt Ruben vor mir und rief mir zu, ob ich eine Pause machen wollte. An diesem Punkt hatte ich schonjegliches Gefühl für Schmerz überwunden und ich strampelte langsam, aber stetig vor mich hin.

Irgendwann, nach sehr langer Zeit, erreichten wir die Kuppe und es ging bergab. Ich stand die meiste Zeit in den Pedalen, ich war so froh, meinen Hintern vom Sattel heben zu können, denn so langsam tat der trotz Hosenpolster weh. Nach nur wenigen Minuten erreichten wir Caburgua und vor allem den dazugehörigen See. Mit den Bikes fuhren wir bis direkt ans Wasser. Einige Sonnenschirme hatten sich auf der rechten Seite der Zufahrt angesammelt, wir fuhren nach links und hatten den Strandabschnitt fast für uns allein. Ich selbst konnte nicht schwimmen gehen, aber der Strand fiel so flach ab, dass ich mehrere Dutzend Meter ins Wasser laufen konnte, bis ich bis etwas über die Knie im Wasser stand. Ruben ging noch weiter und schwamm ein Weilchen.

Der Strand des Lago Caburgua. Rechts ein paar Sonnenschirme, links fast menschenleer. Weiter den Strand entlang befindet sich der Playa Blanca, ein weißer Strand, aber so weit wollten wir nicht fahren.

Blick vom Wasser aus in die Richtung, aus der wir gekommen sind - zum Vulkan Villarrica. Dazwischen unsere Rucksäcke und Fahrräder.


Anschließend legten wir uns in die Sonne zum Trocknen, nur um uns fünf Minuten später doch in den schützenden Schatten zurück zu ziehen. Mit dem Wind war es dort ganz schön kühl. Während Ruben schlief, balancierte ich nochmal über die heißen Steine zum Strand.

Wer erkennt´s wieder? Hinter der Hügelkette liegt der San Sebastián, der Berg im Nationalpark Huerquehue, den ich letzte Woche hochgeklettert bin.

Nach etwa zwei Stunden am Strand brachen wir wieder auf. Wir konnten entweder die Straße, die wir uns hochgequält hatten, hinunter rasen, oder etwas neben der Straße eine kleine Downhillstrecke fahren. – Wenn schon, denn schon, dachte ich, und wir bogen nach rechts auf eine Schotterpiste. Ich hatte das Fahrrad jetzt etwas besser unter Kontrolle, und Ruben schien endlich etwas wacher zu sein. Ich brauchte meine volle Konzentration, um die Schlaglöcher rechtzeitig zu sehen und besonders weichen Stellen auszuweichen, aber ich kam heil unten an. An einer besonders steilen Stelle hielt Ruben vor mir an – als ich dort ankam, verstand ich auch warum. Die enge Kurve, die nun kam, war an ihrer Außenseite mit großen Felsbrocken gesäumt. Ruben erzählte, dass er, als er dort das erste Mal mit seinen Freunden langfuhr, der einzige war, der nicht an dem Haufen kleben geblieben ist. Das neue Stückchen Stacheldraht, das dort angebracht war, hätte eine Kollision mit den Felsen auch nicht verhindert.

Kurz darauf bogen wir wieder auf die Straße ein, die Polizisten, die uns zuwinkten, dachten vermutlich, wir nähmen am Rennen teil. Immerhin hatten wir gleiche Trikots an und ich hatte noch eine Nummer am Fahrrad hängen. Das Gute war, dass die Autos von links auf uns warten mussten, bis wir vorbei waren.

Von nun an ging es ein gutes Stück bergab. Das war wohl der angenehmste und schnellste Teil der Tour, wenn ich überhaupt trat, dann nur im stärksten Gang. Nach einer Brücke hielten wir an, kletterten am Brückenpfeiler hinab und setzten uns am Flussufer auf die Steine. Hier war es angenehm kühl. Nach einer Weile kamen die ersten Kayaks vorbei, dicht gefolgt von den ersten Schlauchbooten mit Touristen. Unter der Brücke befand sich die erste Stromschnelle, die die Klasse III Rafting-Touris absolvieren müssen. Wir schauten zu, wie alle, die durchkamen, ordentlich nass wurden. Nach drei Schlauchbooten war diese Gruppe durch und die Begleitkayaks zogen ab. Ich legte mich noch einmal faul auf die warmen Steine, bis die nächste Gruppe kam. Diesmal war ein reines Frauenboot dabei, das mit Abstand am lautesten kreischte. Sie wurden wie die vorherige Gruppe dabei vom Begleitkayak aus fotografiert; das erste Boot der jeweiligen Gruppe schaute zu, wie die Nachfolger sich in der Stromschnelle schlugen.

Gleich geht´s abwärts...

Nach der zweiten Gruppe brachen wir wieder auf. Unter Qualen setzte ich mich wieder aufs Fahrrad und strampelte los. Nach dem ersten Kilometer waren die Muskeln wieder warm und der Schmerz im Hintern betäubt. Von nun an hatten wir schöne Aussicht auf den Villarrica von Osten her und Gegenwind. Ich schloss dicht zu Ruben auf, und kam gleich viel entspannter vorwärts.

Ich fühlte mich, als könnte ich noch zwanzig Kilometer so fahren. Das sagte ich auch.

In Pucón angekommen, schlug Ruben vor, sich noch den Wasserfall Salto el Claro anzuschauen, und ich stimmte zu. Als wir auf eine Schotterpiste (schon wieder Staub…) einbogen, fragte ich sicherheitshalber nach, wie weit der Umweg denn ist. Ich machte den Fehler, den fünf Kilometern in einer Richtung zuzustimmen – was ich nicht ahnte: davon würden vier Kilometer steil bergauf führen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir etwa 40 km zurück gelegt.

An der ersten Steigung ahnte ich noch nichts Böses. Ein bisschen hoch und runter, das würde ich noch hinkriegen. In meiner Vorstellung ging ich noch davon aus, dass wir zum Fuß des Wasserfalls fahren würden, und natürlich befand sich der Fuß etwa auf der Höhe von Pucón. Nach der ersten Steigung kam die nächste, und danach noch eine, und langsam ging mir die Kraft aus. Zwischenzeitlich ging es immer mal durch die Nachmittagssonne, aber auch im Schatten war es viel zu warm. Als wir Rast machten, hatte ich die Pause bitter nötig. Wieder – unter Schmerzen – auf dem Sattel, kam brach mir schon nach einer halben Minute wieder der Schweiß aus. Mehrmals musste ich absteigen und das letzte Stück einer Steigung schieben. Endlich kam die letzte Steigung, die wollte ich nochmal vollständig nehmen. Eine Bodenwelle zwang mich aber vom Sattel, und zweimal versuchte ich vergeblich, an dieser steilen Stelle aufzusteigen.

Kurz vor dem Ziel. Hinter der Wiese ist eine Schlucht.

Dieser Flattermann heißt Bandurria (ein Ibis) und ist in praktisch ganz Chile anzutreffen.

Irgendwie rumpelte ich hinter Ruben zwischen Kühen, borstigen Grasbüscheln, und langschnäbeligen Vögeln weiter, bis es endlich leicht bergab ging. Diesmal war der Weg voller Baumwurzeln. Nach etwa 500 Metern hatte ich weder Kraft noch Konzentration, um mich noch weiter über diesen Weg zu trauen. Doch das war auch nicht nötig, denn endlich hielt Ruben an. Wir stellten die Fahrräder ab und liefen an einem “Peligro”-Warnschild vorbei zu einem kleinen Bächlein. Zumindest sah es auf den ersten Blick so aus. Etwas näher an der Kante, konnte man 84m nach unten schauen, und das Rauschen des Wasserfalls hören. Wir kehrten zurück zu den Fahrrädern, hoben sie über einen Zaun, kletterten selbst und fuhren noch einmal ein paar Hundert Meter einen Wurzelweg entlang.

Näher geht´s nicht ran, die Steine sind mir zu glatt und glitschig. Wasserfall von oben...

Die Fahrräder abgestellt, stiegen wir nun zu Fuß ab. Immerhin, der Weg war zu steil und zu eng, als dass Fahrrad fahren in Fragen kommen könnte. Mit Mühe und Not überredete ich meine brennenden Oberschenkel, Ruben zu folgen. Mit Hilfe von Zweigen, Stämmen und Wurzeln als Haltegriffe gelangte ich heil unten an.

Die Tortur hatte sich gelohnt. Vor mir war eine 84m hohe Wassersäule, die sich unter lautem Getöse in einem engen Talkessel in einen winzigen Teich ergoss. Der Talkessel war voll mit Wassertröpfchen, und ein Wind zog kühl herab. Ich zog mir meine Strickjacke über meine schweißnasse Haut.

... und von vorn. Man kommt noch deutlich näher heran, aber dann passt der Wasserfall nicht mehr vollständig aufs Bild.

Ich wäre gern noch geblieben, aber Ruben wollte lieber oben im Warmen sitzen. Den Aufstieg schaffte ich problemlos, nur an den besonders matschigen Stellen musste ich etwas aufpassen. Nach einigen Metern zog ich meine Jacke wieder aus, und oben angekommen, fing ich schon wieder an zu schwitzen. Wir ruhten uns ein paar Minuten aus, tranken unser letztes Wasser und… während wir da saßen, kam eine Touristengruppe vorbei, die einen Reitausflug zum Wasserfall machte.

Ruben sprang schon wieder auf und holte die Fahrräder heran, die wir etwas abseits gestellt hatten. Ich hatte vorher schon leichten Groll gehegt, dass er mich hier hoch gelockt hatte. Natürlich war ich selbst mit schuld, aber er hätte mich schließlich warnen können. Jetzt aber begann ich ihn zu hassen, wie er da locker flockig durch die Gegend lief, während ich nach der Pause nur noch krauchend voran kommen würde.

Dann machten uns wieder auf den Weg. Irgendwie schaffte ich es, wieder auf den Sattel zu steigen, wenn auch nicht lautlos. Irgendwie schaffte ich es auch über den Stoppelweg. Und dann ging es bergab. Anfangs fuhr ich langsam, aber mit der Zeit traute ich mich immer schneller runter. An einer Stelle hielten wir an, und Ruben machte ein Beweisfoto von mir. Am Ende der Abfahrt hatte ich richtig gehend Spaß.

An einer etwas flachen Stelle auf der Mitte der Abfahrt. An den Hügeln auf der anderen Seite der Senke kann man etwa erkennen, wie steil unser Weg war.

Zurück auf der Straße war es nun nicht mehr weit. Wir brachten das Fahrrad zu dem Freund, von dem Ruben es am Morgen abgeholt hatte. Dann liefen wir zu mir nach Hause. Gerade als ich aus der Dusche kam, rief mich Ruben an, und fünf Minuten später trafen wir uns und gingen zum Strand. Während er schwamm, genoss ich, einfach nur dasitzen zu können und mich nicht bewegen zu müssen. Nach dem Abendessen, beschlossen wir noch tanzen zu gehen.

Jaja, wirklich. Da sich Ruben ohnehin umziehen musste, verabredeten wir, dass er mich in etwa einer halben Stunde anrufen würde, wenn er wieder in die Innenstadt kommt. Wenn ich dann noch wach wäre, könnten wir tanzen gehen. Zu Hause angekommen, legte ich mich ins Bett, haute Ohrstöpsel rein und schloss die Augen. Innerhalb von fünf Minuten war ich eingeschlafen.

Trotzdem schaffte ich es, am Telefon einigermaßen wach zu klingen. Kurz darauf trafen wir uns in der Innenstadt, es war etwa Mitternacht. Die “Disko” sollte erst um 1 anfangen, also setzen wir uns noch ein wenig auf die Terrasse einer Bar. Halb zwei zahlten wir dann die 5000 Pesos Eintritt und betraten die Tanzfläche.

Verglichen mit Deutschland, waren auffallend viele Männer auf der Tanzfläche. Ansonsten war das Durchschnittsalter Ende zwanzig, und so fühlten wir uns beide pudelwohl. Noch beim Abendessen hatte Ruben ausgerechnet, dass er um zwei gehen müsste, um für sein Rennen (für ihn ein Mini-Triathlon) in Villarrica am nächsten Tag einigermaßen fit zu sein. Dreiviertel vier gingen wir dann tatsächlich, und halb fünf fiel ich binnen Sekunden endlich in Tiefschlaf. Auch wenn ich am Tag darauf bei jedem Hinsetzen und Aufstehen laut stöhnen und überhaupt ziemlich zerschlagen sein würde, war das mein bisher schönster Tag gewesen.

Comments are closed.

Theme von BenediktRB • Powered by Wordpress • Abonniere den RSS Feed